• Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden

Homeschooling - Pflanzliches auf Japanpapier

Teil 2


Kapuzinerkresse



„Farbe ist Leben“; denn eine Welt ohne Farben erscheint uns wie tot.

Wie die Flamme das Licht, so erzeugt das Licht die Farben. Sowie der Laut dem gesprochenen Wort farbigen Glanz verleiht, so verleiht die Farbe einer Form den seelisch erfüllten Klang.

Joh. Itten


Jetzt, da die Tage dunkler werden und wir uns vermehrt im Innern des Hauses aufhalten, erfreuen wir uns an fröhlichen Farben. Farben sind Strahlungskräfte, Energien, die auf uns in positiver oder negativer Art einwirken, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Wir empfinden eine Farbe körperlich. Jede Farbe hat eine andere Wirkung auf unseren Körper und unsere Psyche. Inzwischen hat man die positive Wirkung der Farben auch für die Medizin entdeckt und wendet sie in Form von Farbtherapie und Bestrahlungen beim Menschen an.


Beispiel: In einem Zimmer mit roten Wänden ist uns wärmer als in einem blauen Raum.

Anderseits finden wir in einem blaugestrichenen Raum schneller zur Ruhe.


Es führt zu weit, die ganze Palette der Farbtheorien hier aufzuführen. Darüber werde ich ein anderes Mal berichten.


Damit uns die Decke nicht auf den Kopf fällt in grauen Tagen bringe ich in meinem Blog immer wieder Anleitungen für einfache Blumenaquarelle, denn Blumen erfreuen unser Herz.


In meinem Garten pflückte ich einige Zweige der Kapuzinerkresse und verwende sie nun für eine Anleitung.


Beispiel 1:

Ich werde wieder auf Japanpapier arbeiten. Das hat den Vorteil, dass ich locker bleibe beim Setzen meines Pinsels. Diese kostbar wirkenden, dünnen, ostasiatischen Papiere erfordern ein wenig Übung. Der Farbverlauf ist weniger kontrollierbar und der Malgrund reisst leicht. Allerdings wirken die Farben leuchtender auf Aquarellpapier mit einer ausgeprägten Textur. Sie bringt die Transparenz eines Aquarells voll zur Geltung. In den Vertiefungen sammelt sich die Farbe und die Erhöhungen lassen mehr Licht durchfliessen.


Ich gehe vor wie bei meinem letzten Beitrag und setzte Farbflecken, ohne mit meinem Pinsel lange auf dem Papier zu verweilen.

Die Mitte betone ich, indem ich eine dunklere Farbe (in diesem Fall Krapplack und eine Spur Indigo) in die noch nasse Farbe gebe.


Beim Anbringen der grünen Blätter achte ich auf einen kleinen Abstand zur Blüte, um ein Ineinanderlaufen der Farben zu verhindern.



Zum Schluss folgt die Ausarbeitung, wobei ich die Aquarellzeichnung mit einer dunkleren Farblösung und der Pinselspitze betone.


Beispiel 2:





Achtet darauf, dass euer Papier eine gewisse Festigkeit aufweist, damit die Farben nicht allzu sehr verfliessen.

Sollte die Zeichnung sich wellen, so presst sie z.B. einige Tage zwischen zwei Bücher oder geht folgendermassen vor:


Linke Seite vom Papier grossflächig anfeuchten.



Vor dem Bearbeiten das Papier wenden und mit angefeuchteten Klebestreifen vorsichtig auf ein Holzbrett kleben, trocknen lassen. Diese Prozedur verlangt ein sauberes Schaffen und ein wenig Geduld. Das Papier zieht sich beim Trocknen zusammen und glättet sich. Nach dem vollständigen Trocknen kann man die Zeichnung bearbeiten und mit einem Cutter herausschneiden.

Bei einer fertigen Zeichnung geht man gleich vor. Aber ACHTUNG: das Papier immer von links und zügig anfeuchten damit die Farben nicht verlaufen.


Ich empfehle heute ein Buch, das mir während meiner Laufbahn viele Anregungen gab.

"Kunst der Farbe" von Johannes Itten

Katharina





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