Aquarell-Stilles Wasser
- Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Teil 2 Anleitung: Moorlandschaft

Wasserlandschaften gibt es viele und man kann sie nicht oft genug aquarellieren. "Übung macht den Meister" heisst es.
Die heutige Landschaft ähnelt im Stil der ersten stillen Wasserlandschaft vom 27. Januar 2026. Allerdings habe ich mit Absicht eine andere Farbenwahl getroffen.
Moore sind in der Literatur und in der Kunst ein beliebtes Thema, sind sie doch voller Geheimnisse. In ihnen sollen sich schaurige Gestalten umtreiben. In Wahrheit ist das Moor ein Lebensraum von hoher Biodiversität. Eine ungeheure Fülle von Pflanzen und Lebewesen finden sich hier auf kleinem Raum, die in vielen Teilen der Welt schon ausgestorben sind.
Lange galt das Moor als unwirtlicher Ort, war unter der Herrschaft der Nationalsozialisten sogar Standort für Vernichtungslager. Heute weiss man um seine Bedeutung und hat die Moore unter Naturschutz gestellt. Selbst der Torfabbau ist vielerorts verboten. Als Kohlendioxid-Speicher können sie dazu beitragen, die Erde vor einem Kollaps zu retten. Sie speichern Kohlendioxid aus der Luft über die Pflanzen, die ihn im Torf langfristig speichern.
Anleitung für ein lockeres Arbeiten
Folgende Farben nahm ich für diese Aquarellstudie: Ultramarine Blau, Englisch Rot und Lichter Ocker.
Papier: Aquapad-A 5 Block von Goldline
Bevor ihr loslegt bitte das Papier gut anfeuchten und das Wasser etwas eindringen lassen.
Das Blatt mit einer wässrigen Lasur Lichter Ocker überziehen. Dabei am oberen Rand beginnen, immer mehr Wasser zugeben und nach unten arbeiten. Seht zu, dass ihr euer Aquarellpapier etwas schräg haltet.
Antrocknen lassen!

Mit den oben angegebenen Farben auf das noch leicht feuchte Papier die fiktive Landschaft in groben Zügen andeuten. (Uferlinie und Bäume festlegen) Dem Himmel am oberen Rand etwas Ultramarin Blau zufügen.

Weiter ausarbeiten, Farben vertiefen. Den Bäumen etwas Struktur geben.

Papier im vorderen Bereich erneut anfeuchten und ihm Farbe geben. Wichtig sind die Spiegelungen des Baumbewuchses. Dann kleine Inseln einfügen und die Bäume mit Ästen versehen.

Mit einem Fächerpinsel das Ried und die Gräser einfügen.

Zum Schluss habe ich die Spiegelungen der Baumstämme etwas aus dem Wasser herausgewaschen.
Wenn ihr Schritt für Schritt vorgeht, sollte die Arbeit gelingen. Tot Toi Toi.
Am Moor
Flackernd lösen sich vom Sumpf
ungewisse Schemen..
Nach der alten Weide Stumpf
sie den Weg sich nehmen.
Auf dem Stumpfe sitzt der Tod:
Dumpfe Fiedel lockt und droht
mit verworrnen Themen.
Huschend schlingt der wirre Kreis
sich um Tod und Weide...
Um die Flämmchen schimmert`s weiss
wie von feinster Seide.
Knaben, Mädchen, Männer, Fraun
glaubst wie Schatten du zu schau`n
tief im Totenkleide.
Und ein Seufzen hebt sich her,
düster dich zu bannen....
Schaudernd fühlst du: Schon will er
dein Gemüt entmannen.
Der Gespenster Reihn erschrickt?
Haben sie dein Haupt erblickt?
Und du eilst von dannen.
Christian Morgenstern 1871-1914
Viel Spass
Katharina



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