Aquarell-Winterliche Landschaft
- Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
- 19. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
mit Anleitung

Noch hat uns der Winter fest im Griff, beschert uns eisige Kälte und Schnee.
Schön für die Wintersportler, aber weniger interessant für die Stubenhocker. Ich gehöre zwar nicht in die zweite Kategorie, aber habe dem winterlichen, sportlichen Aktivitäten seit langem den Rücken gekehrt. Ich geniesse den Winter auf eine andere Weise, halte ihn in meinen Bildern fest.
In der heutigen Anleitung geht es um
a) die Farbe Blau, die sehr vielfältig ist, aber sich
besonders gut eignet für das Aquarellieren.
b) das Verhältnis von Wasser und Farbe und
c) die Aufteilung des Sujets auf meinem Papier.
Vielleicht habt ihr schon bemerkt, dass etwas auf meinem Aquarell nicht stimmen kann. Es liegt zwar Schnee und dennoch haben die Bäume Laub. Das ist hier aber zweitrangig. Ich nehme das in Kauf, denn es geht mir darum zu zeigen, auf welche Weise man eine stille Schneelandschaft darstellen kann. Auch existiert die Farbe Blau in der Landschaft nicht wirklich. Schon gar nicht als Pigment. Blau ist meist Illusion, erzeugt durch winzige Nanostrukturen in den Schuppen, Hautzellen oder Federn von Pflanzen, bzw. Tieren.
Wer Lust hat, kann später die Vorlage in anderen Farben anfertigen.
Winterliche Landschaften haben etwas Reines, wirken auf uns friedlich. Sie hüllen sich in Einsamkeit. Das Knirschen von Schnee, der Duft kalter Luft, blendendes Sonnenlicht auf Eiskristallen oder tiefverschneite Bäume und Zäune, die wie Zuckerwattegebilde wirken suggerieren eine heile Welt. Wenn zudem der Himmel makellos blau ist, übernehmen auch die Schatten diese Farbe, der Schnee wirkt bläulich. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum Maler ihre Landschaften gerne in Blautöne hüllen.
Ich werde nicht speziell auf die Palette an Blautönen eingehen. Das habe ich schon oft praktiziert.

Nur so viel: Für die Aquarellvorlage verwendete ich Mangan Blau, Ultramarin Blau, Indigo, gebr. Siena und etwas Lichter Ocker
Mit Liuqid Masking die Stämme der Birken einzeichnen, trocknen lassen.


Aquarellpapier sehr gut anfeuchten.

Den oberen Teil des Aquarellpapiers erneut anfeuchten und mit einer zarten Farbschicht in Mangan Blau überziehen., sowie einen Hauch lichter Ocker, um ein diffusen Licht zu erzeugen.
Solange die Farbe noch leicht feucht ist, den entfernten, verschwommenen Baumbewuchs einfügen. Dafür eine Mischung aus Mangan Blau und Indigo verwenden.(auch andere Mischungen sind erlaubt)Trocknen lassen!

Die Gegend um die Bäume erneut anfeuchten bevor man ihnen Farbe gibt. (Indigo und Ultramarin) Die Stämme sollten gut bedeckt sein. Trocknen lassen.

Äste einfügen und den Bäumen einen leichten Schatten geben. Anschliessend darf man das Masking Fluid leichte abrubbeln und den Stämmen vielleicht noch etwas Struktur geben.

Dem Fuss der Bäume gab ich etwas Unterholz mit Manganblau und gebr. Siena und ich habe einige Äste herausgewaschen. Die Birken erhielten etwas Laub .

Einige meiner Schüler fanden die rechte Seite zu leer und so setzte ich eine Tanne in den Hintergrund. Ich finde sie allerdings im Nachhinein überflüssig.

Dagegen gefällt mir das kleine Schneeloch, aus dem sich eine Pflanze Luft verschafft.
Ein Bild, ohne eine Vorlage anzufertigen birgt die Gefahr, unnatürlich zu wirken. Es ist hingegen eine Widergabe der momentanen Gefühlswelt. Das Aquarell mit den Birken zeigt Stille und eine gewisse Einsamkeit. Es hat für mich einen etwas meditativen Charakter.
„Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt.
Wir fällen sie und verwandeln sie in Papier, um unsere Leere
darauf auszudrücken.“
Khalil Gibran, libanesischer Künstler und Dichter 1883–1931
Ich wünsche euch, ungern, aber dennoch im Sinne der Aquarellmalerei, noch einmal Schnee bevor der Frühling eintrifft.
Gruss Katharina



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