• Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden

Homeschooling-Kleine Farbenlehre 3

Die Farbe BLAU


IKB = International Klein Blue


«Die Farbe bewohnt den Raum, wärend die Linie nur durch ihn hindurchreist und ihn zerschneidet.»

von Yves Klein (1928-1962)




Die Farbe Blau zählt zu den beliebtesten Farben der Menschen. Sie erzählt uns von Meer, blauem, unendlichem Himmel und Ferien, von Wohlgefühl und Entspannung. Blau strahlt eine Sicherheit aus, erweckt Vertrauen. So erging es auch dem Künstler Yves Klein, der in Nizza geboren und aufgewachsen war. Er war dermassen angetan von dieser Farbe, dass er ein eigenes Blau erschuf.

Dieses Blau, von Yves Klein geschaffen und basierend auf Variationen von dick aufgetragenem Ultramarin Blau, hatte in der Kunstszene der 1950er und 1960er Jahre grosse Wellen geschlagen. Es hat diesen umstrittenen französischen Künstler unsterblich gemacht. Die Karriere des Autodidakten, die man dem «Nouveau Realismen» zuordnet, war allerdings kurzlebig. Er starb mit gerade einmal 34 Jahren nach seinem dritten Herzanfall. Kunsthistoriker betrachten ihn gerne als Nachfolger von Marcel Duchamp, da er auf ähnliche Weise die Malerei verhöhnte. Manche sehen ihn als avantgardistischen Künstler wie Kasimir Malewitsch, angezogen von der monotonen Farbfläche. Wieder andere vergleichen ihn mit Joseph Beuys auf Grund seiner Beschäftigung mit der Mystik, den östlichen Religionen und dem Rosenkreuzertum.


(Rosenkreuzer, früher Rosencreutzer, ist die Bezeichnung verschiedener spiritueller Gemeinschaften. Sie sind nach dem legendarischen bzw. literarischen Charakter Christian Rosencreutz benannt. Das Rosenkreuzertum trat erstmals im 17. Jahrhundert als Reformbewegung in Tübingen innerhalb des deutschen Protestantismus an die Öffentlichkeit). Wikipedia


Portrait Yves Klein


In den 1950er Jahren beherrschte die abstrakte Malerei die französische Kunstszene. Yves Klein war überzeugter Vertreter der reinen «Farbe». Sie bedeuteten für ihn Freiheit und Lebendigkeit. Farbe erschien ihm nicht länger als «Bildmittel», sondern war «Bild». Die «Linie» symbolisierte für ihn Beschränkung und Tod.

Die Farbe Blau verkörperte für ihn das «Undefinierbare, die Unendlichkeit des Raums». Er schuf den Begriff der «Blauen Revolution» zu der sich später Wertkomplexe in Blattgold und intensiven Rosa gesellten.

Seine Farbe trug er mit einer Rolle auf oder tränkte Schwämme mit ihr, mit denen er riesige Leinwände bestrich. Von der Giftigkeit der Dämpfe, dieser Farbmischung ahnte er wohl nichts und man vermutet heute, dass sie eine Mitschuld an seinem frühen Tod trugen.



Bemalte er zu Beginn noch grosse Leinwände, sowie Objekte mit monochromer Farbe begann er 1958, diese mit den Abdrücken von weiblichen Akten zu gestalten. Er liess die am Boden liegenden, blau eingefärbten Körper sich über die Leinwand wälzen und nannte sie seine weiblichen Pinsel. Diese Technik des lebenden Pinsels meldete er zum Patent an.



Paris befand sich damals in einem Blaufieber. Der Maler und sein Bodypainting war in aller Munde und auf vielerlei Art vermarktet. Yves Klein arbeitete unermüdlich, oft Nächte durch mit Hilfe von Amphetaminen, auf der Suche nach weiteren Ausdrucksformen. Seine Werke wurden ihm aus der Hand gerissen.

Im April 1958 stellte die Galerie "Iris Clert" in Paris eine Performance unter dem Namen

"Die Leere" von Yves Klein vor. Allein zur Eröffnung erschienen 3000 Besucher, die ein Eintrittsgeld von 1500 Francs zu leisten hatten. Zu sehen waren lediglich leere Wände ohne Ausstellungsstücke.


"Kunst ist absolute Freiheit, sie ist Leben. Sobald sie durch irgendetwas eingesperrt wird, ist die Freiheit bedroht und das Leben wird zum Gefängnis."

Yves Klein


Heute werden seine Werke bis zu zehn Millionen Dollar gehandelt. Irgendwo auf der Welt wird immer eine Ausstellung eröffnet.


Auch andere Künstler waren zeitweise der Farbe Blau zugetan. Picasso trauerte nach dem Tod seines Freundes "Casemagas", der mit ihm von Barcelona nach Paris zog, mit einer Serie blauer Bilder. Er lebte in einer fremden Stadt, allein und mittellos. Seine Arbeiten zeigen seelische Abgründe, Menschen am Rande der Gesellschaft,in der auch er sich bewegte.

















Die Farbe Blau ist eine von Drei Primärfarben und kann, wie Rot und Gelb, nicht aus anderen Farben gemischt werden.


Blau ist eine himmlische Farbe, ein Element der Ruhe

Blau ist immer kalt und den Nerven zugeordnet. Blau ist immer schattig und transparent.

Blau ist sehr intensiv und sollte immer sparsam verwendet werden.

Blau ist gut zu mischen mit Erdtönen, mit denen sich wundervolle Grautöne erzeugen lassen.


Für die Chinesen war Blau das Symbol für Unsterblichkeit.

Hier die wichtigsten Blautöne: Ultramarin Blau (neigt zu Violett)

Preussisch Blau: (leicht grünlich, sehr intensiv)

Kobalt Blau: (kalt, leicht deckend, gut für Lasuren)

Phthalo Blau: (kräftig, transparent recht körnig)

Cölin Blau: (warm, grünlich deckend, körnig)

Indigo Blau: (dunkler Blauton zwischen der Grundfarbe

Blau und der Mischfarbe Violett)


Die Industrie bietet noch mehr Blautöne an. Ich finde allerdings, dass man mit dieser Auswahl bestens bedient ist.


Farbstudie in Blau kp



Diese Bilder sind mit einem warmen und kalten Blau gemalt. (Preussisch Blau und Ultramarin)


Versucht einmal selbst, ein Bild nur in Blautönen zu realisieren. Das hat den Vorteil, dass man sich vermehrt auf die Tonwerte konzentriert, ohne auf das Farbenspiel Rücksicht nehmen zu müssen.


Gruss Katharina


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