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  • Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden

Homeschooling-Aquarell- Lenzrose (Helleborus orientalis)

mit Anleitung


Schön bist du.

Schön bist du, Kind des Mondes, nicht der Sonne, die wäre tödlich – andrer Blume Wonne, dich nährt, den keuschen Leib voll Reif und Duft, himmlischer Kälte balsamsüßer Luft.


Der Elfe, der in mitternächtger Stunde zum Tanze geht im lichterhellen Grunde, vor deiner mystischen Glorie steht er scheu, neugierig still von fern und huscht vorbei.


Im Winterboden schläft ein Blumenkeim, der Schmetterling, der einst um Busch und Hügel in Frühlingsnächten wiegt den samtnen Flügel; nie soll er kosen deinen Honigseim.


Wer aber weiß, ob nicht sein zarter Geist, wenn jede Zier des Sommers hingesunken, dereinst von deinem leisen Dufte trunken, mir unsichtbar, die blühende umkreist?

von Eduard Mörike

Hallo, liebe Blumenfreunde

Für diejenigen, die schon lange auf die Anleitung eines Blumenaquarells warten, bringe ich heute eine Übung, in denen es sich um eine ganz spezielle Farbgebung handelt: eine Zwischenarbeit, bevor es weiter geht mit den Portraits.

In meinem Garten blühen zurzeit die Christrosen, bzw. Lenzrosen, um die Wette. Sie haben sich inzwischen enorm ausgebreitet, fühlen sich somit wohl.

Am letzten Mittwoch versuchten sich die Malfrauen an dieser besonderen Pflanze, deren Farbgebung mich immer wieder begeistert.


Die Helleborus orientalis stammen ursprünglich aus der Türkei und der Kaukasusregion. Dort überdauern die wintergrünen Pflanzen die kalte Jahreszeit unter dem Schnee, ehe sie im Frühjahr zur Blüte kommen. Sie beeindrucken durch farbige Blüten in Rosa, Rot und Weiß, die zum Teil auch exotisch gepunktet sind.

Man unterscheidet zwischen Christrosen, die um die Weihnachtszeit blühen und reinweiss sind, Lenzrosen, die von Februar bis März ihre pinkfarbigen Kelche öffnen und den Schneerosen, die in der Zeit dazwischen erblühen.


Die Lenzrose "Red Lady", die wir uns heute vornehmen, hat rote, etwas ins Pink gehende Blüten, die schalenförmig sind und auf kräftigen Stielen sitzen. Sie erreichen eine Höhe von ca. 30 cm und sind eine echte Bereicherung für den winterlichen Garten. Die als Rote Christrosen bekannten Lenzrosen lassen sich ideal in Steingärten einsetzen.


Die Pflanze ist vor allem durch ihre Inhaltsstoffe Saponine und Protoanemenin stark giftig. In der Gattung Helleborus kommen starke Herzgifte hinzu, Helleborin, und insbesondere das stark herzwirksame Steroidsaponin Hellebrin (ein schleimhautreizendes Saponin), das ähnlich wie die Herzglykoside der Gattung Fingerhüte (Digitalis) verwendet werden kann. Alle Pflanzenteile sind giftig. Die stärkste Helleborin-Konzentration findet sich im Wurzelstock, so dass Vergiftungen durch Schneerosen eher selten beobachtet werden. So heißt es „Heute gehen zuerst die Rinder daran zugrunde“.

Vergiftungssymptome sind Schwindel, Durchfall und Kollaps. Sie ähneln denen einer Herzglykosid-Vergiftung. (Wikipedia)



Wir legen zuerst einmal die Farben fest, die wir verwenden wollen.

in diesem Fall sind es: Krapplack dunkel, Ultramarin Blau, Zinnobergrün hell


Schaut man sich die Blüte einmal genauer an, so bemerkt man, dass die einzelnen Blütenblätter in ihrer Mitte hellgrün und an den Rändern dunkelrot bis pinkfarben sind.


Setzt mit dem Pinsel zuerst einen grünen Fleck aufs Papier und, solange die Farbe noch feucht ist, rahmt ihn ein mit einer Mischung aus Ultramarin und Krapplack Dunkel. Lasst die Farben etwas ineinanderlaufen. Bleibt locker und spontan.

Wenn ihr den richtigen Farbton gefunden habt, versucht es an den Blüten. Achtet darauf, dass die Formen nicht zu gegenständlich sind. Das nimmt den Blumen ihre Frische. Der Zufall gehört zum Aquarell.


Anleitung für eine Studie

1. Blütenform locker mit Grün andeuten.


2. Die Mitte mit einer dunkleren Mischung betonen.



3. Das Rot einfügen und verlaufen lassen.


4. Zweite Blüte einfügen, während die obige trocknet.


Stört euch nicht an den etwas verfälschten Farben. Wir mussten bei Licht arbeiten da es ansonsten zu dunkel gewesen wäre. bei Licht mit dem Handy zu fotografieren ist nicht optimal, wie ihr sicher alle wisst.


5. Auch hier die Farben etwas ineinanderlaufen lassen.



6. Der Mitte etwas Grün zufügen.


7. Den Schluss bilden die Stiele und wenige Blätter.


Diese Studie ist für mich wichtig, bevor ich mich an das eigentliche Aquarell wage. Ich lerne dabei, wie sich die Farben verhalten, wieviel Wasser ich meiner Farbmischung zufügen darf.


Ich greife noch eine weitere Möglichkeit der Darstellung auf. Bei der Nass in Nass Technik laufen die Farben noch mehr ineinander. Dafür muss ich mein Papier intensiv befeuchten.

Ideal wäre, es über Nacht im Wasser liegen zu lassen. Dafür habe ich heute keine Zeit. Doch feuchte ich es von beiden Seiten an. Wenn ich feststelle, dass die Oberfläche nicht mehr glänzt, beginne ich mit dem Auftragen der Farben. Es ist ein schnelles, aber kontrolliertes Arbeiten. Auch hier lasse ich den Zufall spielen.

Denkt daran, dass bei dieser Technik die Farben nach dem Trocknen blasser werden. Nehmt also reichlich Farbe.



Ich weiss, es ist keine leichte Aufgabe. Doch nach mehreren Anläufen gelingt es euch sicher.

Was die Frauen während des Nachmittag zustande brachten, ist schon ganz passabel.

Hier einige Beispiele:









Lasst euch nicht entmutigen, sollte euer Aquarell nicht auf Anhieb gelingen. Auch die alten Meister haben üben müssen.

Ich wünsche euch Erfolg und Ausdauer.

Liebe Grüsse Katharina



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