• Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden

Homeschooling-Aquarell


Fliessendes Wasser

"Sand, bzw Kiesbank an der Reuss" 47 cm x 32 cm KP 2016


Claude Monet, der in Giverny, Frankreich, lebte und dessen Garten man noch heute besichtigen kann, ist vor allem bekannt durch seine vielen Seerosenbilder. Er malte sie hundertfach, selbst, als er schon fast erblindet war.


Er sagte einmal zu einem Freund:

"Wieder habe ich begonnen, das Unmögliche zu malen; Wasser und im Vordergrund wehendes Gras. Es ist wundervoll anzusehen, aber es macht mich ganz verrückt, wenn ich versuche, es zu malen."

Garten von Monet in Giverny (Foto)


Er malte seine "Wasserlilien" zu jeder Tages- und Nachtzeit, selbst bei schlechten Wetterbedingungen.



Wasser ist selbst bei einem stillliegendem See nicht wirklich eine glatte Fläche. Der kleinste Windstoss kräuselt die Oberfläche und verzerrt die Spiegelbilder. Da die Wasseroberfläche flach ist, sollten die Pinselstriche horizontal gesetzt werden.

Aber ACHTUNG! Eine Gleichmässigkeit der Darstellung wirkt schnell einmal langweilig.

Seerosenteich von Monet

Ein Frühwerk von Monet und ein wundervolles Beispiel.


Im Wasser spiegelt sich die Umgebung und es reflektiert sich der Himmel in ihm. Aus diesem Grund ist es möglich, dass ein See in einem Rot - oder Gelbton erscheint, sofern die Ufer diese Farbe zeigen oder eine untergehende Sonne den Himmel zum Glühen bringt.













Wasserlilien (Seerosen) im Teich mit Wolkenspiegelung (Monet)



Ein Fluss dagegen verlangt eine andere Technik. Das Wasser fliesst und bricht sich an Felsen oder Gegenständen, die der Fluss mit sich führt. Die Spiegelungen sind verzerrt. Hier kommt dem Licht eine besondere Bedeutung zu.

Wasser sollte immer klar und transparent sein. Je flacher die Ufer, umso mehr erkennt man von seinem Flussbett. Oft kann man Details auf dem Grund erkennen, z.B. Steine oder Muscheln.

Der Fluss (Monet)












Flusslandschaften von Monet


Der Impressionismus entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Maler arbeiteten im Freien und vorwiegend vor dem Objekt. Das Licht spielte dabei eine wichtige Rolle in ihren Bildern, weniger Bedeutung hatte die Linie. Trotz aller Gemeinsamkeiten innerhalb dieser Epoche hatte jeder Maler seinen individuellen Malstil.


Zu jeder Zeit versuchen und versuchten Künstler und Künstlerinnen eine ganz persönliche, auf sie zugeschnittene Malweise zu entwickeln, um sich von anderen Künstlern abzugrenzen.


Utagawa Hiroshige

Einen unverwechselbaren Malstil haben und hatten die asiatischen Künstler.

Es ist immer vorteilhaft, sich an Künstlern zu orientieren aber versuche am Ende, deine eigene Malweise zu finden.


Ausschnitt von "fliessende Reuss bei Obfelden" in der Lasur Technik KP 2016


Wenn du noch nie eine Wasserfläche aquarelliert hast, beginne mit der Darstellung einer Pfütze. Auch in ihr reflektiert sich der Himmel und Objekte auf dem Grund lassen sich gut erkennen.


KP

Lichtreflexe auf dem Wasser erzielt man u.a. mit grobkörnigem Salz, das man auf die noch leicht feuchte Farbe aufträgt. Nach dem Trocken kann man es leicht entfernen.

KP


Lege zarte Farbschichten übereinander, aber achte darauf, dass die unteren Schichten getrocknet sind.


Zuerst einmal eine kleine Übung - Lichtreflexe:
Bring mit grosszügigen Pinselstrichen unterschiedliche Blautöne auf dein Papier, lasse freie Stellen und fülle sie mit Gelb – und Orangetönen, streue Salz darüber. Nach dem Trocknen entferne das Salz.













Vielleicht entdeckt ihr eine neue Art, wie Wasser darzustellen ist. Experimente führen immer irgendwann einmal zum Ziel. Lasst es mich wissen.

Katharina




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