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Aquarell-Eine malerische Reise Teil 3

  • Autorenbild: Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
    Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
  • vor 2 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Anleitung Bergspitze



Ansicht von Thusis mit Umgebung gegen Piz Beverin von Sils her, Kanton Graubünden.


Was für eine Landschaft! Majestätisch ragt der Piz Beverin in den Himmel. Er ist einer der markantesten und beliebtesten Aussichtsberge der Region Mittelbünden. Eine anspruchsvolle Wanderung über seine Westflanke zum Gipfel belohnt mit einer beeindruckenden Panoramasicht.

Graubünden ist der grösste Gebirgskanton der Schweiz. Die Hälfte des Kantonsgebiets liegt oberhalb von 2100 m ü. M.

Graubünden - der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz - ist wirtschaftlich, kulturell und politisch vielfältig. Die romanische Sprache und Kultur sind ein wesentlicher Teil der Bündner Eigenart. Graubünden ist aber auch ein Kanton der landschaftlichen Schönheiten und der touristischen Attraktionen.

 

«Eine eigne Schweiz in der Schweiz» sei Graubünden, stellte der Schriftsteller und Politiker Heinrich Zschokke in der Mitte des 19. Jahrhunderts treffend fest. Graubünden ist flächenmässig zwar der grösste, mit 204 888 Einwohnerinnen und Einwohnern zugleich aber auch der am dünnsten besiedelte Kanton. In der Hauptstadt Chur, der ältesten Stadt der Schweiz, leben 41 008 Personen. Wikipedia




Die Fortsetzung der Reise von Johann Ludwig Bleuler entlang des Rheins führt uns heute in den Kanton Graubünden.

Bleuler wird wohl kaum selbst diese Wanderung gemacht haben, obwohl er viele seiner Landschaften erwanderte. Zum ersten Mal kartografiert und somit bestiegen hat den Piz Beverin im 19. Jahrhundert ein Naturforscher mit Namen Johann Coaz (1822–1918).



Johann Wilhelm Fortunat Coaz (* 31. Mai 1822 in Antwerpen; † 18. August 1918 in Chur) war ein Schweizer Forstingenieur und Gebirgstopograf aus dem Kanton Graubünden.







Aus einer etwas anderen Perspektive ist der Piz Beverin auf diesem heutigen Foto zu sehen. Er hat an Grossartigkeit und Faszination nicht verloren.


Beschreibung einer Wanderung aus dem Tagebuch von Friederike Brun 1798

Und nun, lieber Leser,(oder wenn ihr nach Männerart zu störrisch seyd ) ihr meine lieben Leserinnen allein, seid so gütig euch anzustellen , als wenn ihr noch gar nichts von der Via-mal gesehen hättet, sondern als wenn wir gestern vom Splügen herabgestiegen, und heute früh durch das Schambserthal bis bieher an die erste Brücke des Rheins beim Eintritt in die Via-mala geritten oder gegangen wären. Ich habe hiezu gute Gründe, denn erstens muss man grossen Ströhmen und grossen Menschen immer so nah wie möglich bis zu ihrem Ursprung folgen;-zweitens ists ja natürlicher, vom alten Italien hinab, als aus dem jungen Transalpinien hinaufzusteigen.

Nachdem wir genügsam ausgeruhet, verlassen wir unseren Standpunkt an der ersten Brücke und betreten, mutig den finstern Weg, der anfangs leicht am Gürtel der umgrünten Felsen hinschwebt; über ungezählte Tannenlängen steigt das Auge wie von einer Leiter herab in die Tiefe, wo der zart-grüne junge Rhein mit schaumbedeckten Rücken hineilt: Herrlich, voll Kraft und Harmonie, ist der Klang seines freudigen Rauschens! Aber er versinkt schon allmählig tiefer zwischen wilderen Felstrümmern, doch scheint er sie noch mit unaufhaltbarer Kraft und Fülle, vielmehr vor sich hinzuschieben, als durch sie gehemmt zu seyn. Die immer engeren Pfade krümmen sich bergab in eine öde Wildniss, die eben der erste Sonnenstrahl über ungeheure Felsen steigend begrüsst; ein Giessbach schäumt links aus den steigenden Klippen über den Weg; eine hölzerne Lehne führt hinüber an ein gestürztes Felsenstück, welches Fluss und Abgrund verbirgt; um den Felsblock schlingt sich der Pfad; wir sind herum:- welche Wandlung! Das Gebirg hat sich plötzlich zusammengedrängt; erst senkrecht, dann überhängend, dann Luft und Himmel verschliessend, neigen sich die ungeheuren Klippen zusammen zur grausenden Schlucht, wo Stimm`und Athem stockt; hoch erscheint der Felsenrand mit Tannen behaart, im Abgrund windet der Rhein sich erst mühsam durch tiefe Engen, und wird dann von Sekunde zu Sekunde fester und finstrer umschlossen.

Die zweite Brücke erscheint von einer Klippenspitze auf die andere geworfen, und man steigt auf sie herab, doch hängt sie gleichsam am Absturz: denn rechts strahlt der Rhein in einem angstvoll gedrängten Sturz durch die enge, in die Felskluft gerissene Spalte tief in nächtliches Dunkel hinab.- Der Standpunkt auf der Brücke war nicht umfassend; neben ihr hing über dem Abgrund ein Häufchen abgerollter Steine; ich stieg über die Brustwehr, und nahm Besitz von der schauerlichen Stätte! Die Sonne warf eben den ersten Blick (und es ist bald Mittag) durch die entsetzliche Spalte: die magische Wirkung dieser Erscheinung auf das grün in Schaum zerkochende Gewässer, auf die mit Wassertuff und Moosgrün angeflognen Höhlen und Bänder der Stromkluft – Lasst mich verschweigen! Ich vergass dass ich über Grab und Tod, auf einem Häufchen gerollter Steine hing: dieser allmächtige Götterblick zog mich aus mir selbst empor!

Ach! Ich sah nicht die Todesangst meiner lieben Gefährten, die theils vor dem Geräusch des Wasserfalls mir nicht zurufen konnten, theils mich gleich den Nachtwandelnden nicht wecken wollten, weil ein schneller Blick auf die Gefahr den Schwindel erregt, dieser aber unmittelbar den Tod nach sich gezogen hätte: ich stieg ruhig wieder über die Brustwehr, auf die Brücke; kaum war ein Bein hinüber,- so zogen sie mich pfeilschnell wie aus dem Feuer,- und es regnete Liebkosungen und Vorwürfe und Schmälen! Der Rhein aber gleitet nach seinem Salto-mortale, in die grässliche Tiefe unter der hochgewölbten Brücke, und wallt in ein kleines tiefes meegrünes Felsbecken, welches ihn wie ein Freundesschoos oder wie der Schlaf des Leidenden, ach! Nur zur kurzen Ruh empfängt. Sogleich dämmen ihn zwei ungeheure Granitblöcke von neuem! Wie vom Schicksal getrieben, strömt er aus der stillen Gruft, umfluthet, überschäumt sie, und mischt im innern Kampf des Urstoffs, Schneeschaum und Krystallgrün in wechselnder Bewegung. Hohe, jetzt erst morgenröthlich bestrahlte Felsen, warfen ihren Abglanz hinab ins schaurig glatte Felsbecken, dann aufs Schaumgewoge, welches nie ein Sonnenblick erreichte. Bald waren wir zur dritten und letzten Brücke hinabgestiegen:- sie ist und bleibt doch der entsetzlichste Moment auf diesem Todeswege! Denn hier erstirbt alle Hoffnung, hier wo die schwärzeste Nacht mit gleich schwerem Fittig den dunkelsten Abgrund und die schwindelndste Höhe umschwebt; wo fern, kalt und unerreichbar, des Aethers tiefe Bläue über engem Raum dahingleitet, wo aus den Eingeweiden der Erde der klagende Laut des leidenden Stromes aus seinem kalten Kerker wie die Stimme eines Sterbenden ertönt! Dieser Ton des Rheines rührte mich bis zu Thränen; ich verweilte lange, ich vergass alles über ihm selbst, Felsen, Himmel und Erde! Er war mein junger unvorsichtiger, doch edler Freund. Er war hülflos im tiefsten Leid, er war mein Bruder! Er war mein Sohn! Er war das erhabenste wahrste schönste Bild der menschlichen Jugend.

Jetzt wölben sich Felsendächer über dem engen Pfad, und nur verstohlen gleitet der Blick in die Höllennacht des Rheinbettes, wo er mühsam in Felsspalten sich durchkrümmt,- und bald wieder gänzlich entschwindet. Silberquellen rieseln von den Klippen über unsern Weg, wie Freundinnen mit sanftem Trostwort zu ihm in die Tiefe. Jenseits der Stromkluft steigen noch immer finster bewaldete unwirthbare Felsen; fernhallend seufzt er ungesehen aus der entsetzlichen Tiefe.

Plötzlich ist die Bergkluft auseinander gerissen, und der Blick fliegt wie ein entfesselter Adler dahin in die lächelnde Ferne des heitern weitaufgeschlossenen Domletschger-Thales. Zum Mittagsmahl waren wir wieder in Thusis.

 


Ich habe zwei Ausschnitte aus dieser Vedute genommen, um sie zu aquarellieren. In der ersten Studie geht es mir vor allem um die Widergabe von Stein, resp. Felsen; ein Thema, dem ich in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken möchte.

Der zweite Ausschnitt zeigt eine goldbeschienene Landschaft. Ein warmer Gelbton beherrscht das ganze Bild, ist sozusagen der Grundton. Mit der Anleitung zum zweiten Bild werde ich mich im kommenden Beitrag befassen.


Die Abbildung des Felsmassivs ist etwas blass, worauf ich sie mit Hilfe des Paint Programms etwas verstärkte. Farblich bleibe ich allerdings bei den zarten Blautönen, einem Ultramarin Blau, Pariser Blau, Umbra gebrannt und Gebr. Siena.



Anleitung:

  1. Leichte Vorzeichnung mit dem Pinsel und einer wässrigen Lösung Ultramarin Blau. Die schneebedeckten Flächen müssen ausgespart werden.



  1. Anfeuchten des Papiers wie gehabt



  1. Überziehen des Himmels mit den beiden Blautönen und dem Neapel Gelb, Farben ineinanderlaufen lassen, die sonnenbeschienene Seite des Berges mit Neapel Gelb. Wolken aussparen und später modulieren.


  1. Berge einfügen, mit unterschiedlichen Grautönen, gemischt aus den vorhandenen Farben. (hier kann man beweisen, wieweit man das Mischen der Grautöne mittlerweile beherrscht. Ansonsten empfehle ich allen, zuerst einmal die Mischungen auf ein separates Papier zu versuchen.)

Der Vordergrund ist vorwiegend mit Neapel Gelb und Pariser Blau gestaltet. Die wärmere

Farbgebung schafft im Bild die nötige Tiefe.


Es braucht etwas Übung, um ein befriedigendes Resultat zu erreichen. Lasst euch nicht entmutigen.

PS Hier ist der Ausschnitt für den kommenden Blogeintrag:



PS hier ist der Ausschnitt für den kommenden Blogeintrag: Eine Landschaft im goldenen Licht.


Gruss Katharina




 
 
 

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