Aquarell- Japanische Zierquitte
- Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
eine weitere, kleine Pinselübung

Das ist die Drossel, die da schlägt,
Der Frühling, der mein Herz bewegt;
Ich fühle, die sich hold bezeigen,
Die Geister aus der Erde steigen.
Das Leben fließet wie ein Traum -
Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.
Theodor Storm (1817-1888)
Alle guten Dinge sind Drei dachte ich mir und habe heute eine weitere kleine Übung vorbereitet, die zu einem besseren Gelingen beitragen soll. Auch diesmal empfehle ich, kleine Fingerbewegungen zu machen bevor man sich ans Aquarellieren begibt. Und auch heute geht es um die Pinselbewegung. Versucht wieder mit wenig Druck und anschliessendem Anheben des Pinsels die entsprechenden Farbflecken auf das Papier zu setzen. Im letzten Blogeintrag über die Stiefmütterchen und die vorletzte Anleitung habe ich diese Vorgehensweise beschrieben.
Es ist schon erstaunlich, was die Natur alles hervorbringt. Da wächst ein stacheliger Strauch in meinem Garten, der auf einmal im Frühling zauberhafte rote Blüten aus seinen knorrigen Ästen zaubert.

Nicht nur das, die japanische Zierquitte entwickelt aus diesen Blüten essbare Früchte im Herbst.
Roh sind diese allerdings weniger geniessbar, aber in einer Konfitüre, vielleicht sogar zusammen mit Holunder, eine Köstlichkeit. Auch eignen sie sich im Wäscheschrank zwischen der Unterwäsche und den Pullovern gut zur Duftübertragung. Man sollte sie allerdings erst nach dem ersten Frost ernten.
Heute sind sie Objekt für eine leichte Pinselarbeit. Zusätzlich werden wir uns und dabei mit der Farbe Rot auseinandersetzen.
In meinem Farbkasten befinden sich folgende Rottöne, die mir zur Auswahl stehen.
Krapplack hell
Krapplack dkl
Kadmium hell
Kadmium dkl
Zinnober Rot
Vermillion Rot
Ich entscheide mich für Zinnober Rot und Krapplack hell, da diese beiden Farben mir am besten geeignet scheinen.
Krapplack besitzt eine transparente Farbkraft. Das Licht durchbricht die Pigmente und reflektiert das Weiss des Papiers, wodurch es besonders hell und leuchtend erscheint.
Auch lässt sich Krapplack gut mit anderen Rottönen mischen, ohne an Strahlkraft zu verlieren.
Neben den Rottönen brauchen wir noch ein Gelb und ein Blau für die Blätter und die Stiele.
Hier entscheide ich mich für Kadmium Gelb und Preussisch Blau.
Diese vier Farben genügen für die heutige Aquarellstudie.
Bevor ihr mit dem Malen beginnt, legt euch ein Stück Papier zurecht, auf dem ihr die Farbprobe machen könnt oder fertigt zuerst eine kleine Studie an. So lernt ihr die Farben besser kennen.

Im Aquarell sollten Farben gut mit Wasser vermischt werden, um eine gleichmäßige Pigmentverteilung, die gewünschte Transparenz und ein kontrolliertes Fließen zu gewährleisten!

Intensives Anmischen verhindert zudem Pigmentklumpen und sorgt für sanfte Verläufe.
Das Verreiben sorgt für eine cremige Konsistenz.

Wenn ihr die richtige Farbmischung gefunden habt, beginnt mit einem sauberen Fleck, indem ihr den Pinsel auf das Papier setzt, leichten Druck gebt und ihn wieder anhebt.
Ich gebe dem Krapplack hell eine Spur Zinnober hinzu und setze ein Akzent unterhalb des Blütenblattes mit einer kräftigeren Mischung.

Für die Grünmischung nehme ich das Kobalt Gelb und eine Spur Preussisch Blau, sowie etwas vom Zinnoberrot. Bitte die Mischung zuvor ausprobieren! Je nach Anteil der einzelnen Farben verändert sich das Ergebnis stark. Lasst die Farben leicht ineinanderlaufen.

Die gleichen drei Farben benötigen wir für den Stiel, lediglich in einer anderen Zusammensetzung. (mehr Blau, etwas Zinnober Rot und wenig Kobalt Gelb, aber viel Wasser)
Auch hier unbedingt zuerst auf dem Übungsblatt ausprobieren!
Leichte Pinselarbeit im Aquarell zeichnet sich durch lockere, intuitive Striche aus, bei denen der Pinsel oft nur zart über das Papier schwebt. Wesentliche Techniken sind der gezielte Druckwechsel.

In gleicher Weise, Fleck auf Fleck, weiterarbeiten. Achtung: Immer zuerst eine Farbe trocknen lassen, bevor die nächste darüber gesetzt wird.
"Malen ist einfach, wenn man nicht weiss, wie es geht, aber sehr schwierig, wenn man es weiss". sagte einst Edgar Degas
Es grüsst euch Katharina



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