• Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden

Homeschooling-Kleine Farbenlehre 4

"Rupprecht Geiger" und die Farbe Rot in der Kunst















Africa on my mind



„Zinnober kann man abwischen, aber man kann ihm nicht seine Röte nehmen.“

Lü Bu We - chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph -291

Die Farbe ROT in der Kunst


Roter Ocker

Schon in meinem Blogeintrag Nr. 25 vom 23. April 2018 befasste ich mich mit der Farbe Rot in der Kunst.

In Bildern von historischen Ereignissen spielte Rot immer eine übergeordnete Rolle, da man z.B. mit dieser Farbe einerseits blutrünstige Szenen hervorheben konnte, anderseits ist Rot eine Grundfarbe, die leicht herzustellen ist und in der Natur reichlich vorhanden.

Eine der ältesten Rottöne, der Rote Ocker, stammt aus Ton, dem man das Mineral Hämatit zufügte. Die prähistorischen Höhlenmalereien in Altamira in Spanien sind ein gutes Beispiel für die Malerei mit Rotem Ocker. Schon im alten China, zwischen 5000 und 3000 vor Christi, färbte man die Keramik mit diesem Rot. Selbst die Frauen verschönerten ihre Wangen und Lippen mit rotem Ocker.


Zinnober Rot

Man vermutet, dass die Chinesen die ersten waren, die Zinnober Rot herstellten. Es hatte allerdings einen Nachteil. Mit dem Alter verdunkelte und veränderte sich die Farbe zu einem dunklen, violetten Braun. Man wechselte aus diesem Grund zum Carmin Rot.

Das heutzutage meistverwendete Zinnoberrot wird synthetisch hergestellt und ist nicht mehr giftig wie das damalige, aus Zinnober gewonnene.


Ich komme nun zurück zu meinem Titelbild "Africa on my mind". In der Serie mit diesem Titel existieren einige Aquarellstudien, in der ich meine Erinnerungen verarbeitete. Für mich ist Afrika ein warmes, ja heisses Land. Und da die Farbe Rot Wärme suggeriert eignete sie sich bestens für meine Serie. Mittels Farbflecken versuchte ich, den Charakter dieses Kontinents zu erfassen, wobei meine Vorstellungen einen ganz persönlichen Anstrich haben und geprägt sind von meinen Erlebnissen.



Afrika liegt fast vollständig in den Tropen, besitzt folglich alle tropischen Klima- und Vegetationszonen.

Derzeit setzt sich Afrika aus 54 anerkannten Staaten zusammen in

denen1,256 Milliarden Menschen leben. Das entspricht etwa einem Sechstel der Weltbevölkerung. Prognosen zufolge könnte sich die Bevölkerungszahl bis zum Ende des 21. Jahrhunderts vervierfachen.


























Meine Erinnerungen an dieses Land sind fröhlicher Natur. Die Menschen begegneten mir aufgeschlossen. Sie leben in multikulturellen Gesellschaften. Die Frauen kleiden sich farbig bunt. Auch das versuchte ich, in meinen Arbeiten zu berücksichtigen.


Holzschnitte KP


Die Tier- und Pflanzenwelt in Afrika ist etwas Besonderes. Sie ist nirgends auf der Welt so vielfältig. In meinen Holzschnitten und digitalen Arbeiten dominiert auch hier das ROT im Thema "Africa".



Die Farbe ROT hat viele Künstler inspiriert. Ich greife hier Rupprecht Geiger heraus (* 26. Januar 1908 in München; † 6. Dezember 2009 auch in München)

Er war ein deutscher Architekt, abstrakter Maler und Bildhauer mit einer Vorliebe für diese Farbe.

Er studierte zuerst in München an der Kunstgewerbeschule Architektur. Anschliessend machte er eine Maurerlehre bevor er an der "Staatsbauschule München" ein Studium begann.

Er war zu Beginn Autodidakt. In Polen und Russland, an der Ostfront, absolvierte er ein Studium der Malerei und wurde dann als Kriegsmaler in der Ukraine und Griechenland eingesetzt.


Heutzutage, im digitalen Zeitalter, wird es wohl keine Kriegsmaler mehr geben.













Geiger ist ein Vertreter der "Gegenstandslosen Malerei". Er schuf sein Lebenswerk um das Thema "Farbe". Es ging ihm dabei um Reduktion und Klarheit. Er betrachtete die Farbe als autonomen Wert. Aus der Form gelöst wurde deren geistige Kraft zur Geltung gebracht. In späteren Jahren beschränkte er sich dabei auf Kreise und Rechtecke.



Diese geometrischen Grundformen tragen in sich kompositorische Aussagen und werden noch heute symbolisch eingesetzt.

Sie dienten der Malerei schon immer der kompositorischen Darstellung. (bei religiösen Themen vor allem in der Beziehung zu Gott). Will man z.B. im Bild etwas hervorheben, so setzt man es in eine kompositorische Form:


a) der Kreis ist Symbol der Einheit, ist stark dominant, unnahbar und schwer mit anderen Bildelementen in Verbindung zu setzen.


b) das Quadrat steht mit seinen vier Winkeln und vier gleichen Seiten für Unbeweglichkeit, Befangenheit, Festigkeit und strikte Ordnung.


c) Das Rechteck ist vielseitiger. Je länger es ist umso dynamischer ist es. Übertragen in einen Bildraum heisst das: Horizontal gesehen sind sie Sperren, die den Betrachter anhalten und zurückdrängen. Bei Landschaften zieht es den Blick spürbar in die Tiefe. Hinweisschilder im Strassenverkehr sind z.B. rechteckig.


d) das Dreieck entwickelt eine enorme Dynamik. Man unterteilt es in ein weibliches (Spitze zeigt nach unten) und ein männliches (Spitze zeigt nach oben).

Das weibliche Dreieck bedeutet: starke Beweglichkeit und Instabilität

Das männliche Dreieck bedeutet: nach oben ziehend Stabilität und Unbeweglichkeit.

Wikipedia


Mit Hilfe der Grundformen kann ich meine Bildaussage beeinflussen. Ich kann schwere Elemente leichter wirken lassen indem ich sie schweben lasse (In den oberen Bildteil setze) oder, vor allem in der abstrakten Malerei, schwache Farben stärken und starke Farben abschwächen wenn ich sie in eine Form bringe.



Bilder von Rupprecht Geiger


In den Jahren 1950 wurde Rupprecht Geiger bekannt durch seine Beschäftigung mit der Farbe ROT.

Für ihn war sie: Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft.




Rupprecht Geiger


Vielleicht ist euch nun der Kopf heiss geworden? Also, alles noch einmal durchlesen und Versuche starten.

Gruss Katharina






































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