• Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden

Homeschooling-Kleine Farbenlehre 2

Aktualisiert: 1. Mai

Die Farbe GRÜN


Immer liege ich im Kampf mit der Farbe. Ich muss dabei ganz von der Farbe her denken lernen.

Zizat von Ella Bergmann-Michel



Farben zu erkennen ist eine evolutionär bedingte Notwendigkeit. Ohne diese Fähigkeit hätten unsere Vorfahren nicht überlebt und wir würden nicht existieren. Sie konnten auf Grund dieses Wissens giftige Nahrung von essbarer Nahrung unterscheiden. Unser heutiges Geschmacksempfinden ist somit ein Erbe.














Läuft uns beim Anblick eines grünen Apfels das Wasser im Mund zusammen, vergeht uns bei einem blauen Apfel der Appetit. Er hinterlässt einen giftigen Eindruck auf uns.


Das Chlorophyl in den Pflanzen ist ein Pigment, welches ihnen den beruhigenden Farbton Grün gibt.


Lange Zeit war die Herstellung einer grünen Farbe schwierig. Zunächst tränkte man Kupferplatten in Wein, um Grünspan zu erzeugen, der verständlicherweise giftig war und ist. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfand der Chemiker Carl Wilhelm Scheele ein GRÜN, welches die mineralischen und pflanzlichen Farbstoffe ersetzte. Doch immer noch enthielt diese Zusammensetzung Giftstoffe. Historiker glauben, dass dieses Pigment den Tod des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte zu verantworten hat, da in seinen Schlafräumen die Farbe Grün vorherrschte, Frauen, die grüne Kleider trugen, die ihren sozialen Stand verraten sollten, erkrankten. Vermutungen, Maler wie Monet, Cezanne und Renoir, wären auf Grund der Verwendung dieser Farbe erkrankt, bzw. erblindet, halten sich nach wie vor. Erst Mitte des

20. Jahrhunderts verbot man diesen Farbstoff auf Grund gesundheitlicher Bedenken.

Auch heute noch ist bei der Verwendung einzelner Grüntöne (Chromoxydgrün, Viridian) Vorsicht geboten.

Also bitte keine Pinsel abschlecken und das Malwasser nicht einfach in den Ausguss giessen oder in der Natur versorgen!!!



Die Farbe GRÜN ist die Farbe der Pflanzenwelt.


Eine Farbe bezeichnet nicht nur die Eigenschaft von Objekten, sondern auch eine wichtige Eigenschaft des Lichts, bzw. der Schwingungszahl oder Frequenz bestimmter Lichtwellen. Sie sind vergleichbar mit der Frequenz eines Tones.

Wärend man durch Mischen von Tönen einen Mehrklang erzeugt, in dem die einzelnen Töne noch erkennbar sind, erhält man beim Mischen von Farben (unterschiedlicher Lichtwellen) eine vollkommen neue Farbe.

Jede Farbe lässt sich durch das Mischen der drei Grundfarben ROT, BLAU und GELB erzeugen.


Wer ein Experiment machen möchte, versucht einmal ein mehrfarbiges Bild mit lediglich den drei Grundfarben zu schaffen. Ihr werdet erstaunt sein, welchen Farbenreichtum man damit erzeugt. (Siehe unten)




Einen Grünton erhalte ich grundsätzlich, in dem ich die Grundfarbe Blau mit der Grundfarbe Gelb mische!

Jetzt gibt es in der Natur aber unzählige Nuancen von Grüntönen. Die Industrie erleichtert uns Künstlern das Mischen durch viele fertige Grüntöne, die allerdings häufig zu kräftig erscheinen und unnatürlich wirken. Interessanter und auch ökonomischer ist es, selbst zu mischen.

Die Vielzahl an Mischtönen bei der Farbe Grün ist riesig. Ich kenne keine andere Farbe, deren Modulationsreichtum so gross ist.


Wie bei allen Farben unterscheidet man auch hier zwischen kalten und warmen Tönen.


Kalte Grüntöne enthalten in der Regel mehr blaue Farbe.

Warme Grüntöne mischt man durch Zugabe von mehr Gelb, bzw. einer Spur Orange oder Rot. Sie wirken in der Regel etwas schwerer und intensiver.

Hier empfiehlt es sich, möglichst viele Versuche zu unternehmen und erneut komme ich zurück auf die Lasurtechnik, in dem ich transparente Farbflecken übereinander anbringe. Dabei ist gut zu erkennen, welcher Grünton transparent, welcher deckend ist.


Wir können beobachten, wie die Jahreszeiten das Grün einer Landschaft verändern. Der eigentliche Grund dafür ist das Licht. Warmes, einfallendes Sonnenlicht zaubert ein anderes Grün hervor als es im Schatten eines Baumes zu finden ist.

Junge zarte Blätter wirken transparent, ältere oder dickpflanzliche oft dunkel und glänzend.

Jetzt im Frühjahr, wenn alles spriesst, überwiegen die transparenten Töne des saftigen, vibrierenden Grüns der Laubbäume. Mischen sie hierfür Chromoxydgrün wahlweise mit Kobaltgelb, Kadmiumgelb, Zitronengelb, Lichter Ocker oder Orange.

Chromoxyd lässt sich allgemein gut mit Rottönen mischen, vor allem, wenn man dunkle und deckende Farbtöne erreichen will.



Noch Fragen? Dann meldet euch.

Allen wünsche ich einen wundervollen Mai.

Katharina

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