• Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden

Homeschooling - Aquarell

Aktualisiert: Juli 27

Mohnblumen

Ein Augenblick hat da geglüht

In einer blauen Hügelwelt

Bei einer Amsel Sehnsuchtton

Ein grosses, grünes Roggenfeld und drinnen feuerroter Mohn.

Wie ein Laternlein jede Blüt,

Und brennen röter als der Tag

Ein Augenblick hat da geglüht, der lang noch nicht erlöschen mag.


Max Dauthendey, Dichter und Maler (1867-1918)

Geboren 1867in Würzburg Deutschland, gestorben 1918 in Malang auf Java





Mein heutiges Thema befasst sich mit der Pinseltechnik, sowie der Farbe Rot. Der Klatschmohn, wie er genannt wird, eignet sich ausgezeichnet für diese Dokumentation. Durchstreift man zurzeit die Landschaft, so fallen die Felder mit den Mohnblumen sofort ins Auge, leuchten sie doch von Weitem.

Viele Maler und Dichter begeisterten sich für diese Blume und verewigten sie.

Weltweit und vor allem in den englischsprachigen Ländern ist diese Pflanze zum Symbol des Gedenkens an die zahl- und namenlosen Opfer von Krieg und insbesondere an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten geworden.

Heute verschenkt man Mohn den Menschen, die gesundheitliche Probleme haben oder Liebeskummer und die man trösten möchte. Weniger positiv ist die Verwendung des Schlafmohns als Betäubungsmittel und Droge, dem Opium.

Es gibt verschiedene Mohnsorten und nicht alle sind essbar. Die in Lebensmitteln verwendbaren Mohnsorten sind der blauschwarze, der graue und der weiße Mohn.





So bestechend ihr Anblick ist, ihre Haltbarkeit ist sehr begrenzt.

Nachdem ich am Vormittag des Malkurses die Blumen im obigen Feld pflückte, liessen alle traurig ihren Kopf hängen. Sie erholten sich auch im Wasser nicht und so mussten wir uns mit den wenigen Aufrechten zufriedengeben.

Am kommenden Morgen hatten sich alle Mohnblüten erholt und strahlten in ihrem schönsten Kleid.





Einen Aquarellpinsel richtig zu halten, braucht etwas Übung. Die Breite eines Pinselstriches ist vom Druck abhängig. Häufig wird lediglich mit der Spitze gearbeitet. Das führt zu vielen steiffen Strichen und das Ergebnis ist unbefriedigend. Mit der Breitseite des Pinsels erzielt man flächigere und breitere Striche. Versucht einmal, den Pinsel in Höhe der Metallzwinge zu halten. So kann man mit ein wenig Druck und einer leichten Drehung des Handgelenks grössere Flächen malen, ohne abzusetzen.




Ich benutze einen Marderhaarpinsel der Grösse 12 und setze die Pinselspitze auf das Papier. Dann gebe ich ein wenig Druck und drücke die Farbe auf die Fläche, während ich zügig einen Farbfleck setze. Wichtig ist, dass ich meinen Pinsel mit reichlich Farbe versehen habe. Nichts ist frustrierender, als wenn mir die Farbe mitten im Verlauf ausgeht.

Vielleicht habt ihr bemerkt, dass ich die eine der beiden Mohnblüten auf einen angefeuchteten Untergrund malte. Hier verläuft die Farbe besser, ist aber weniger kontrollierbar.

Für die Stängel der Blumen benutze ich die feine Spitze des Pinsels. Die Mitte der Blüte betone ich mit einem satten Dunkelgrün. Vorher entferne ich mit einem Wattestäbchen ein wenig Farbe.












Übung:

Ich hatte für die Malerinnen einen Bogen Aquarellpapier in 6 Quadrate unterteilt und über Nacht in Wasser eingelegt. Die Aufgabe lautete, in jedes dieser Quadrate Mohnblumen zu malen, allerdings in unterschiedlicher Malweise. Dabei sollten kalte und warme Rottöne und Mischungen unter ihnen verwendet werden.


Karmin = kalter Rotton Vermillion = warmer Rotton




Es darf bei dieser Übung ruhig etwas übertrieben werden. Die Vielfalt und einfache Farbflecken waren mir wichtig.






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