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Aquarell-Wasserspiegelungen

  • Autorenbild: Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
    Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
  • 22. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

mit einfacher Anleitung




Wasser ist eins der vier biologischen Elemente und die Grundlage unseres Lebens. Es ist farb-, geruchs- sowie geschmacklos und kommt als einzige Substanz auf der Erde natürlich in Form von festem (Eis), flüssigem und gasförmigem (Dampf) Zustand vor.

71 % unserer Erde ist mit Wasser bedeckt.

Das Blau des Wassers entsteht primär durch die selektive Absorption von Sonnenlicht: das bedeutet, dass Wasser rotes, orangefarbenes und gelbes Licht stärker schluckt als blaues Licht. Die blauen Anteile werden gestreut und reflektiert, was das Wasser blau erscheinen lässt. Dieser Effekt ist bei großer Wassertiefe intensiver als bei geringer. Ab 1000 Metern Tiefe ist es komplett dunkel.

 

Ich habe ein Experiment mit grobem Salz gemacht, indem ich intensive blaue Farbe auftrug und Salzkörner in die Feuchtigkeit streute.
Ich habe ein Experiment mit grobem Salz gemacht, indem ich intensive blaue Farbe auftrug und Salzkörner in die Feuchtigkeit streute.

Wir Menschen fühlen uns im Wasser wohl, weil es körperliche Entspannung vermittelt. Das Blau des Wassers, seine scheinbare Unendlichkeit, das Rauschen der Bäche und Flüsse wirken beruhigend auf das Gehirn und bauen Stress ab. Es wird ein „Blue Mind“-Zustand aktiviert, ein Begriff, den Dr. Wallace J. Nichols prägte. Er soll einen tief entspannten, leicht meditativen Geisteszustand hervorrufen. Maler integrieren deshalb gerne in ihre Landschaftsbilder eine Wasserfläche, da sie dem Bild Weite und Tiefe vermitteln.


Der heutige Beitrag ist ein Versuch, die Reflexionen im Wasser bildlich wiederzugeben. Die Natur hat mit den Spiegelungen für mich etwas Einmaliges geschaffen. Ein ursprünglich einfacher, glatter Gegenstand verwandelt sich auf der Wasseroberfläche in ein bizarres Spiel aus Formen und Farben. Es spiegelt sich die Umgebung. Trifft Licht auf das Wasser wird ein Teil von ihm zurückgeworfen, treten Wellen auf, so wird das Spiegelbild verzerrt in unzählige Formen. Je flacher man auf das Wasser blickt, desto stärker ist die Spiegelung.

Die Position des Betrachters bestimmt, welcher Teil des Wassers das Spiegelbild reflektiert, da sich das Licht immer in einem spezifischen Winkel zum Auge bewegt. Und noch etwas Wichtiges: das Spiegelbild im Wasser zeigt die Umgebung immer auf dem Kopf. Ausnahmen gibt es nur wenn du durch eine ruhige, flache Wasserfläche bis auf den Grund schauen kannst und der Schatten auf den Boden darunterfällt.


Für die heutige Aquarellstudie habe ich ein Foto benutzt, das ich am Türlersee bei Zürich aufgenommen habe. Es zeigt tief im Wasser hängende Zweige. Die Bewegung des Sees ist minimal. Sie zeigt aber eine interessante Formenvielfalt der Spiegelungen, was in der Vergrößerung sichtbar wird.

Ein Gegenstand im Wasser kann aufgrund von Lichtbrechung und der Lichtdurchlässigkeit des Wassers mehrere Schattenbereiche erzeugen, wenn die Wasseroberfläche leicht gekräuselt ist. Dann wird ein Teil des Lichtstrahls an der Oberfläche geknickt und wirkt wie eine zerstreuende und bündelnde Linse. Wasser ist optisch dichter als Luft. Eine leichte Brise zerreisst die Spiegelung in feine, horizontale Linien.






Wasserspiegelungen wiederzugeben ist nicht einfach, da dieses Element ständig in Bewegung ist. Die Formen, die wir gerade noch gesehen haben, existieren im nächsten Augenblick nicht mehr. Ich musste also auf eine Fotografie zurückgreifen.


Anleitung:

Ich beginne mit dem Anfeuchten des Aquarellpapiers und lege mir folgende Farben zurecht:

Kobalt Blau, Preussisch Blau, Lichter Ocker, Zitronen Gelb und Karmin Rot.


  1. Ich überziehe mein Blatt mit einer wässrigen Lasur Kobalt Blau von oben nach unten, wobei ich dem unteren Bereich mehr Wasser zufüge, und mit lockeren Pinselstrichen leichten Wellengang einzeichne. Ich gebe einigen Stellen etwas mehr Farbe, andere lasse ich weiss.



  1. Mit einer Mischung aus Preussisch Blau, Lichter Ocker und einer Spur Karmin Rot setze ich jetzt schon die Spiegelungen des Laubs im unteren Bereich ein. Dabei beginne ich dort, wo der Stamm aus dem Wasser ragt und werde wässriger und auslaufender gegen den Vordergrund.



  1. Sobald die Farben getrocknet sind, nehme ich mit einem sauberen, leicht feuchten Pinsel aus dem oberen Bereich, dort wo sich die Äste befinden, etwas Farbe heraus. Man nennt es Farbe verdrängen.


  1. Nun füge ich die Äste ein. Hierfür verwende ich die gleiche Mischung wie bei den Spiegelungen, nur kräftiger und mit mehr Karmin Rot. Eine richtige Zusammensetzung der Farben sollte ein Grau-Braun ergeben. Die Schattenseiten betone ich mit mehr Farbe.


  1. Mit der gleichen Mischung füge ich die dunkleren Reflexionen ein.



  1. Das Laub malte ich mit Zitronen Gelb, bzw. eine Mischung aus Zitronen Gelb mit einer Spur Kobalt Blau. (Auch andere Grüntöne sind erlaubt). Lockere Farbflecken geben einen Kontrast zur Bewegung des Wassers im Vordergrund.



7. Am Ende habe ich den Ästen auf der Sonnenseite noch etwas gelbe Farbe verliehen und auch dem Wasser etwas Gelb verpasst.

Es ist ratsam, ein Bild zu beenden, bevor man es totgemalt hat. Es verliert dann seine

Frische. Zu viele Überlagerungen töten seine Leuchtkraft und Transparenz.


Der Weiher

Er liegt so still im Morgenlicht,

So friedlich, wie ein fromm Gewissen;

Wenn Weste seinen Spiegel küssen,

Des Ufers Blume fühlt es nicht;

Libellen zittern über ihn,

Blaugoldne Stäbchen und Karmin,

Und auf des Sonnenbildes Glanz

Die Wasserspinne führt den Tanz;

Schwertlilienkranz am Ufer steht

Und horcht des Schilfes Schlummerliede;

Ein lindes Säuseln kommt und geht,

Als flüstr`es: Friede! Friede! Friede! -

Annette von Droste-Hülshoff



Annette von Droste-Hülshoff ( vermutlich am 12. Januar 1797 auf Burg Hülshoff bei Münster als Anna Elisabeth Francisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff geboren Und am 24. Mai 1848 auf der Burg Meersburg in Meersburg gestorben.) Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Komponistin. Unter den deutschsprachigen Dichterinnen und Dichtern des 19. Jahrhunderts ist sie eine der bedeutendsten.


Demnächst mehr über die Wasserspiegelungen

Gruss Katharina



 
 
 

1 Kommentar


praxis
praxis
23. Juli

Wasser fasziniert. Die Farben, die Oberflächen - in Bewegung - oder spiegelnd. Danke für diesen erfrischenden Beitrag. Heilsam bei diesen Hitzeperioden.

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