Aquarell-Schneeglöckchen
- Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
eine kleine Zwischen-bzw. Vorarbeit

Als ich heute Morgen durch den Garten ging konnte ich nicht widerstehen und musste ein paar dieser kleinen Schönheiten pflücken. Sie leuchteten dermassen hell unter dem Scheinhasel, als wollten sie mich auf sie aufmerksam machen.
Da ich häufig vor einem geplanten Aquarell eine kleine Vorarbeit mache, um Farben und Grösse des Bildes festzulegen, entschied ich mich, sie an diesem Beispiel auszuführen.
Von meiner letzten Arbeit (Weisse Tulpen) blieben Reste von Papier auf dem Malbrett zurück.
Diese nutzte ich nun und machte meine Versuche mit ihnen.


Mit einer wässrigen Farbe Kobaltblau und einem spitzen Pinsel zeichnete ich die Blüten vor und umrandete sie mit einer weiteren Farbschicht in Blau.


Solange die Farbe noch leicht feucht war, konnte ich die Stiele mit einem sauberen Pinsel herausarbeiten. Dem rechten Bild habe ich eine weitere Farbschicht verpasst.


Nun fügte ich Stängel und Blätter hinzu und gab den Blüten eine leichte Struktur. Dafür benutzte ich Kobaltblau, lichter Ocker und Viridian-Grün. Für den Hintergrund, den ich vertiefte, nahm ich noch etwas Indigo hinzu.


Ich nahm mir für die beiden Aquarellskizzen eine halbe Stunde Zeit. Schliesslich sind sie als Vorarbeit gedacht. Ich will sie euch dennoch nicht vorenthalten. Sie erinnern daran, dass es sich lohnt, sich vor Beginn einer grösseren Arbeit Gedanken zu machen. Manche Fehler werden so vermieden.
Die Blüten begannen schon bald, sich zu schliessen und verloren an Standfestigkeit. Es war ihnen wohl zu warm im Raum.
Schneeglöckchen
Schneeglöckchen, ei, bist du schon da?
Ist denn der Frühling schon so nah?
Wer lockte dich hervor ans Licht?
Trau doch dem Sonnenscheine nicht!
Wohl gut er's eben heute meint,
Wer weiß, ob er dir morgen scheint?
„Ich warte nicht, bis alles grün;
Wenn meine Zeit ist, muss ich blühn."
Hugo von Hofmannsthal (1874-1929)

Hugo Laurenz August Hofmann, Edler von Hofmannsthal war ein österreichischer Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Librettist sowie Mitbegründer der Salzburger Festspiele. Er gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschsprachigen Fin de Siècle und der Wiener Moderne. Wikipedia
Um reinweisse Gegenstände zu malen ist es unabdingbar, sie mit starker Dunkelheit zu umgeben. Den Hintergrund sollte man mit kühlen Farben gestalten. So erhält man eine lebendige, transparente Wirkung.
Eine weitere Möglichkeit ist, die weiss zu bleibenden Objekte mit Rubbelkrepp abzudecken, der nach Vollendung wieder entfernt werden kann.
Wer jetzt durch Einfamilienquartiere läuft wird an vielen Stellen diese kleinen, weissen Schönheiten entdecken. Sie vermehren sich enorm. In meinem Garten bilden sie bereits ganze Teppiche. Ich verschenke sie gerne, solltet ihr in meiner Nähe sein.
Allen ein gutes Gelingen und einen baldigen, warmen Frühling.
Katharina



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