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  • Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden

Aquarell-Farbmischung - Blau und Gelb

Frühlingszwiebeln in der Lasurtechnik

Farben: Blau, Gelb und eine Spur Rot.




Bald kommt hoffentlich der Frühling und erfreut uns mit seinen Farben. Unter diesen sind die Grüntöne die Häufigsten. Vom zarten Lindgrün über sattes Gelbgrün bis zum eisigen Chromoxydgrün finden wir alles in der Natur. Die unzähligen Farbnuancen verwirren manchen Maler. Es ist darum wichtig, sich intensiv mit ihnen zu befassen. Schon mehrmals habe ich in meinem Blog das Thema Farben angesprochen, habe Anleitungen dazu gebracht. Hier nun nochmals das Wichtigste.


Einige kurze Gedanken zur Farbe:  Wir haben bisher festgestellt, dass Farben einen Charakter haben, was heisst; sie verändern sich durch die Einwirkung von Licht und ihrer Stellung zu einer Nachbarfarbe.

Eine Farbe im Licht wirkt wärmer, leuchtender, heller; eine Farbe im Schatten ist dementsprechend kühler, dunkler und gedämpfter.

Farben sind Strahlungskräfte, Energien, die auf uns in positiver oder negativer Art einwirken, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Schon die alten Meister haben mit dieser Erkenntnis gearbeitet, vor allem in religiösen Darstellungen.


Wir teilen die Farben ein in Primärfarben, (Rot, Gelb und Blau) die nicht aus anderen Farben gemischt werden können und Sekundärfarben, die aus je zwei Primärfarben gemischt werden.


Die Farbe Grün ist eine Sekundärfarbe. Sie muss aus Blau und Gelb gemischt werden! Die Industrie bietet allerdings fertige Grüntöne in allen Variationen an. Ich selbst bevorzuge das Mischen der Farben und finde das Ergebnis befriedigender.



Als die Malfrauen am letzten Mittwochnachmittag eintrafen erwartete sie ein Arrangement aus Frühlingszwiebeln, die ich auf dem grossen Tisch ausgelegt hatte. Die Luft roch intensiv nach diesem schmackhaften Gemüse.  In Émile Zolas Roman Germinal charakterisiert der Autor den Geruch gebratener Zwiebeln in einem Bergarbeiterdorf als "Geruch der Armut". Unsere Zwiebeln waren dagegen roh und gartenfrisch. Sie glänzten wie poliert. Die Lauchzwiebel war das Mal Sujet des Nachmittags.

Wenn wir uns die Zwiebel genau anschauen, sehen wir schlanke, grüne Blätter, die in einer fast transparenten Frucht enden und dabei die Farbe verändern. Der Fruchtkörper erscheint oberflächig gesehen weiss, was ein Irrtum ist.

Alle Malerinnen nahmen sich von dem Gartengemüse und arrangiertes es vor sich auf einen weissen Untergrund. Dabei sollten sie auf die Überschneidung der Teile achten, um auf diese Weise mehr Tiefenwirkung zu erzielen.

Ein ebenso wichtiger Faktor ist die Beleuchtung. Ein guter Schattenwurf gibt dem Bild mehr Plastizität. Da unser Malgrund eindimensional ist müssen wir mit einer optischen Täuschung die Dreidimensionalität erzeugen.










Übung.

Unsere erste Übung bestand aus dem Mischen von zwei unterschiedlichen Blautönen mit Kadmiumgelb

1. Kobaltblau mit Kadmiumgelb (Warmes Blau)

2. Preussischblau mit Kadmiumgelb (Kaltes Blau)


Dann verwässerten wir die Mischung, indem wir Ihr nach und nach mehr Wasser zugaben bis nur noch ein Hauch Farbe sichtbar war.



Wie ihr sehen könnt, verändert sich der Charakter der Farbe sehr. Versucht es einmal.

Beginnt dabei am oberen Rand. Legt anschliessend über das grüne Blatt eine weitere Schicht. Die Farbe verändert sich bei der Überlagerung. Das ist von Vorteil bei der Wiedergabe des Zwiebelkrautes.

Solche Übungen solltet ihr auch mit anderen Grünmischungen ausprobieren.

Wenn ihr die geeignete Mischung gefunden habt, beginnt mit dem Aquarellieren des Stilllebens.

Achtet beim Arrangieren auf Überschneidungen! Das suggeriert die wichtige Tiefenwirkung.


Wir malten zuerst das Lauchgrün wie oben angegeben.

Für die Zwiebelknollen gaben wir der wässrigen Farbe aus Blau-Gelb eine winzige Spur Karminrot (Komplementärfarbe) zu. Damit haben wir die Farbe leicht getrübt. Man nennt diesen Vorgang auch Vergrauen. Das Ende der länglichen Knolle erhielt in ihrer Mischung mehr Rot.





Um dem Bild noch mehr Tiefe zu verleihen, gaben wir dem Sujet einen Hintergrund.


Hierfür verwendete ich die gleiche Farbmischung. Am Ende setzte ich noch Schattenpartien ein.

So variantenreich wie die Farbe Grün ist keine andere Farbe im Malkasten. Sie hat nur einen Makel. Sie ist giftig. Schon der Name Chromoxyd weist darauf hin. Viele Künstler erkrankten schon auf Grund von Farben oder erblindeten.

Also bitte keine Pinsel abschlecken und das Malwasser vorsichtig entsorgen!



Ein Mensch, der Ideale hat

der hüte sich, sie zu erreichen.

Sonst wird er eines Tages statt

sich selber, andren Menschen gleichen.

Erich Kästner


Gutes Gelingen

Katharina

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