© 2016 Katharina Proch

Malen mit chin. Anreibtusche

April 22, 2019

 

Im 6. Jahrhundert entwickelte sich in China die Tuschemalerei aus der Kalligrafie. Künstler zeichneten mit runden, weichen Pinseln auf handgeschöpftes Papier.  Die so entstandenen Landschaften und anderen Sujets schienen wie hingeworfen. Dieser unkonventionelle Malstil begeisterte auch die westliche Welt. Bis zum heutigen Zeitpunkt erzielen die Arbeiten namhafter Künstler wie u.B." Qi Baischi (1864 - 1957) und Li Keran (1907 - 1989) auf Auktionen Millionenbeträge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Museum Rietberg in Zürich beherbergt etliche Werke traditioneller Tuschemalerei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die für diese Technik benötigte Farbe ist erhältlisch  in Form von Tuscheriegeln, hergestellt aus Fichtenruss und Hirschhorngallerte mit etlichen Zusätzen. Das Anreiben in den häufig dehr dekorativen Tuschesteinen aus Schiefer oder Naturstein, welche sich inzwischen zu Kult - und Sammelobjekten entwickelten, hat meditativen Charakter. Meist sind sie aufwendig verziert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Pinsel sind eine Augenweide. Mit ihnen lässt sich viel Farbe aufnehmen. Alle diese Utensilien wurden früher in feinen Lackkästen aufbewahrt.

 

                                                                Siegelstempel mit Stempelfarbe

 

 

 

Bis heute hat diese Darstellung nichts an Faszination verloren. An den Kunstschulen werden nach wie vor Kurse angeboten.

 

Auch ich habe mich mit diesem Medium auseinandergesetzt. Im Prinzip ähnelt die Technik der Aquarellmalerei. Sie hat allerdings den Vorteil, dass sich beim Setzen der einzelnen Farschichten der Untergrund nicht auflöst.

 

 Das Auftragen der Farben muss allerdings zügig geschehen da die feinen Papiere sehr saugfähig sind.

 

 

 

 

In den Aquarellkursen verwende ich die Tuschemalerei immer wieder einmal um den Schülern die Lasurtechnik näherzubringen und eine lockere Pinselhaltung zu trainieren.

 

 

                                Zur Zeit arbeiten alle Malfrauen mit Eifer an der Wiedergabe von Steinen.

                             

 

                                                                                 Das Anreiben

 

 

                                                                                  Die Vorlage

 

                                                                                Erste Lasuren

 

 

                                                                                    fertiges Bild

 

 

 

 

                                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Abdecken der haarfeinen Adern im Stein mit Maskierflüssigkeit

 

                                           

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese gibt es auch in farbig und ist so natürlich besser sichtbar. Nach Fertigstellung des Bildes wird die inzwischen erhärtete Flüssigkeit fortgerubbelt wie ein Radiergummi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                 Die Frauen sind in ihrem Eifer kaum zu bremsen

 

 

 

                                Die Maskierflüssigkeit ist ebenfalls zu verwenden beim Aquarellieren

 

                                          

 

                                              Steine haben die Menschen schon immer fasziniert.

 

Zur Zeit sind in einer Ausstellung im Kloster von Muri (Freiamt) Werke vom Schweizer Maler "Caspar Wolf", (getauft auf den Namen Caspar Goar), zu sehen. Er lebte von 1735 bis 1783 und widmete sich intensiv den Schweizer Landschaften. Auf seinen Bildern sind Felsformationen der hiesigen Berge naturgetreu widergegeben. Auch in seinen Wandmalereien finden sich Stein-und Felsmotive.

 

 

 

 

                 "Caspar Wolf wird in der europäischen Kunstgeschichte als herausragender Vertreter 

                 der Aufbruchzeit zwischen Aufklärung und Romantik immer grössere Beachtung geschenkt."

                                                                                              

                                                                                                                                    (Internationale Rezeption)

             

                 Gleichzeitig sind in Nebenräumen des Klosters in Muri aktuelle Arbeiten von drei Künstlerinnen

                 zu bewundern.

                        

                                                                            CHRISTINE LIFART

                                                             mit 100 geschnitzten Holzköpfen

 

 

 

 

 

                                                                 

 

                                                                                  ESTER AMREIN

                                                                   formierende Linien auf Papier

 

                                                                                   PEARLIE FRISCH

                                                    mit Fotoarbeiten und virtuellen Rauminstallationen (kein Bild)

 

 

 

 

 

 

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload