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  • Katharina Proch Pleiss - Malschule Obfelden

Homeschooling-Aquarell


Anleitung: Primula obconica

















"Primel - Nimmer will ich höher streben, denn ich lieb mein schlichtes Kleid. Glaub, das höchste Glück im Leben liegt in der Zufriedenheit".

Rainer Maria Rilke



Was bringt uns der Frühling doch für wundervolle Blumen! Ein Feuerwerk an Farben erwartet uns zurzeit in den Blumenläden. Ich konnte nicht widerstehen und musste mir zwei dieser aussergewöhnlich schönen Primeln kaufen, um wieder einmal mit Farben zu schaffen.

Primula obconica, deren englische Bezeichnung: "Primrose" oder - französisch: "Primevere" bedeutet ist eine stängellose Art der Schlüsselblume, Gartenprimel oder Frühlingsprimel. Es existieren mehrere Arten, die als Balkonpflanzen heiss geliebt sind. Ihr deutscher Name ist

Becherprimel, Giftprimel oder einfach Deutsche Primel. Im 16. Jahrhundert nannte man sie volkstümlich auch "Bärenohr" (Oreille d'ours') oder "Kuckucksblume" (Coucon).

Die Bezeichnung Schlüsselblume geht auf einen Schlüsselbund ähnlichen Blütenstand zurück. Im Mittelalter galt sie als magischer Schlüssel zum Heben verborgener Schätze. Einer Legende nach soll ein Jüngling, der mit einem von Geistern gefertigten goldenen Schlüssel die Himmelspforte öffnen wollte, zur Erde herabgestürzt sein. Als er erwachte, war der Schlüssel zur Blume geworden.

Seit dem Mittelalter benutzt man die Primel in Form von Tee gegen Gicht, Herzschwäche, Kopfschmerzen und Schwindel, und zwar einschliesslich Blüten und Wurzelstock. Die Schlüsselblume ist in Deutschland streng geschützt und wird als Schlüsselblumentee exportiert.

Die Blätter der Becherprimel enthalten Primin, einen Stoff, der Kontaktallergien hervorrufen kann. Im Handel sind zumeist priminarme Sorten aus der Gruppe „Touch Me“ zu erhalten. Primin findet sich in den Drüsenhaaren der Becher-Primel (Primula obconica), die trivial auch Gift-Primel genannt wird.

Bei allergisch reagierenden Menschen ruft Primin eine durch Rötung und Bläschenbildung gekennzeichnete Dermatitis hervor. Sie ist äusserst hartnäckig

Beim Hantieren mit der Pflanze ist also Vorsicht angesagt.


Die Primula Obconica liebt die Sonne, aber gedeiht auch im Halbschatten. Frost verträgt sie nicht, ist also zum Überwintern im Freien nicht geeignet. Wenn die Becherprimel temperiert überwintert, wird muss sie vorsichtig gegossen werden. Nasse Erde kann dann zum Befall mit Grauschimmel führen.



Zu Beginn der neuen Kurse, nach überstandener Erkältung, entschied ich mich für das rote Exemplar. Die unterschiedlichen Farbnuancen sind eine Herausforderung für jede Aquarellistin und jeden Aquarellisten, denn Rot ist perse eine hochempfindliche Farbe.

D.h., Rot neigt dazu, durch minimale Verschmutzung ihre Leuchtkraft zu verlieren. Achtet deshalb auf sauberes Wasser und saubere Pinsel!



Ich werde mich heute ganz auf die Farben einlassen und die eigentliche Form etwas vernachlässigen, um die Vielfalt der Rottöne hervorzuheben.


Papiersorte: Torchon von Guardi artistico

Farben: Geraniumlack bläulich von Lukas

Karminrot von Lukas

Krapplack dunkel von Luka

Hookers grün von Lukas

Lichter Ocker von Lukas

Marderhaarpinsel Grösse 12


Mir ist wichtig, die oben angegebenen Rottöne mit Grüntönen zu brechen. Somit entstehen neue Farbwerte. Es braucht oft nur eine Spur einer Komplementärfarbe (Rot-Grün) um sie zu verändern.


Eigenartigerweise besitzen diese Blüten der Gattung "Primula Obconica" unterschiedliche Rottöne, kalte und warme Farbnuancen.

Geranium Lack bläulich

Mit den oben angegebenen Rottönen setze ich die Blüten locker aufs Papier.


Wie ich vermutete, werden die gebrochenen Rottöne leicht stumpf. Die dunklen Blüten wirken samtartig.


Für die weiter entfernten Blüten nehme ich eine wässrige Lösung. Ich arbeite, in dem ich lose Flecken aufs Papier setze. (Pinsel aufsetzen, leicht andrücken und wieder fortnehmen) Das Spiel mit dem Zufall gefällt mir.


Die dunkleren Blüten erhalten eine zweite und dritte Schicht Farbe. Mit den Grüntönen gebe ich den Blüten ihre äussere Form.


Nun werden die Blätter angedeutet. Ihre Form soll zeigen, dass es sich um Primeln handelt.


Auch sie erhalten mehr Farbe, sollen aber nicht dominieren. Die Mitte dieses Arrangements ist bewusst dunkler gehalten, um eine Tiefe zu suggerieren.


Es macht doch immer wieder Freude, Blumen zu aquarellieren. Sie tun unserer Seele gut.

Ich wünsche allen einen farbenfrohen Frühling.

Katharina










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